04.11.2018

Mitreißendes Konzert

Barbara Hintermeier und Martin-Christoph Dieterich mit ihrer „Verrückten Blockflötenwelt“

Vaterstetten. „So viele Flöten!“, staunt Bewohnerin Brigitte* vor dem Konzert, das gleich beginnt. Im Haus Maria Linden hat Seelsorgerin Monika Kaukal wieder ein inspirierendes Nachmittagsprogramm organisiert. Dazu hat sie die Profimusiker Barbara Hintermeier und Martin-Christoph Dieterich eingeladen zum Thema „Verrückte Blockflötenwelt“. Auch das Foyer ist musikalisch gestaltet: So gibt es Servietten mit Notenschlüsseln und dank der nimmermüden Küche Plätzchen in Form von Achtelnoten. Außer den Bewohner*innen und einigen Mitarbeiter*innen sind auch Gäste von außen gekommen. Deutlich über 100 Leute freuen sich auf das unterhaltsame Konzert.

„Als Kind durfte ich mir jedes Jahr drei Dinge zu Weihnachten wünschen. Eines davon war immer eine neue Blockflöte. Und die sammle ich heute noch“, erklärt Barbara Hintermeier der Zuhörerschaft. Einige tausend Flöten besitzt die studierte Musikerin mittlerweile. Einige Dutzend davon hat sie ins Haus Maria Linden mitgebracht, die sie an diesem Nachmittag spielt: Zunächst eine nachgearbeitete Schwanenflügelknochen-Flöte, deren Original vor mehreren zehntausend Jahren gespielt wurde. Dann eine Einhandflöte, das beliebteste Instrument im 13. Jahrhundert, damit man mit der anderen noch die Trommel schlagen kann. Es folgen eine „Prinzessinnenflöte“, ein Gemshorn und dann viele Flöten von ganz groß und tief bis ganz hoch und klein: Bass-, Tenor-, Alt- und Sopranflöte, Garkleinflöte und noch winzigere. Barbara Hintermeier hat auch eine Flöte in Form eines Spazierstocks dabei, ein so genanntes Csakan, und viele andere.

Zu allen erzählt sie lustige Anekdoten, vor allem aber spielt sie mitreißend und hochprofessionell, oft begleitet von Martin-Christoph Dieterich am Keyboard. Das Konzert können alle Menschen mit und ohne Behinderung genießen und noch viel Neues dazulernen. So vergeht die Zeit an diesem Sonntagnachmittag viel zu schnell. Einrichtungsleiter Michael Liebmann und Seelsorgerin Monika Kaukal danken den beiden Künstlern mit einem Blumenstrauß, alle Anwesenden mit herzlichem, langem Applaus. Gabriele Riffert

Das Haus Maria Linden des KJSW:

Im Haus Maria Linden leben rund 100 Bewohner*innen mit geistiger und Mehrfachbeeinträchtigung und/oder psychischer Erkrankung. Es gibt nicht nur Wohngruppen im HML, sondern auch Betreutes Einzelwohnen vor Ort. Rund 80 Mitarbeiter*innen sind dort beschäftigt. 

 

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