19.09.2018

40 Jahre Jugendwohnheim München-Süd

Gut begleitet - damals wie heute

München. Eingangs feierte Vereinsratsvorsitzender Domkapitular Klaus Peter Franzl die Vesper in der Kapelle des benachbarten Caritas-Altenheims. Dabei arbeitete er in seiner Predigt die Rolle der Gastfreundschaft heraus. „Was macht uns als katholischen Träger aus? Diese Gastfreundschaft, die niemanden ausschließt und die unserem christlichen Menschenbild entspringt." Im Jugendwohn- und Gästehaus München Süd werde ebenso wie in den anderen Einrichtungen des KJSW versucht, jungen Leuten eine Kultur zu vermitteln, die annehme, aufnehme und teile.

Anschließend ging die Festgemeinde zurück zum Jugendwohn- und Gästehaus. Dort begrüßte Einrichtungsleiter Thomas Frank die heutigen Bewohnerinnen und Bewohner, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Mitglieder des Vereinsrats sowie Kolleginnen und Kollegen aus dem Kreis der KJSW-Dienststellenleiter. Die Küche des Jugendwohnheims servierte Grillwürstl und Steaks, dazu gab es gegrillte Maiskolben und viel Salat. Aus einem oft gehörten „Hm, das riecht gut" wurde schließlich bei gut gefüllten Tellern ein „Hm, das schmeckt gut."

Damals lebten nur Jungs im Haus

„Damals war vieles ganz anders", erinnert sich Alexander Wutz, der vor 40 Jahren in den Neubau in der Forstenrieder Allee mit eingezogen war. „Wir hatten in den Zimmern Waschbecken. Sonst gab es pro Etage zwei Duschen und eine Badewanne. Das hat auch gereicht. Und für das ganze Stockwerk gab es drei Toiletten. Das hat nicht immer gereicht", erinnert sich der 57-Jährige, der insgesamt sieben Jahre im Jugendwohn- und Gästehaus München Süd lebte. Er war gern der Einladung gefolgt, am 19. September zur 40-Jahr-Feier zu kommen und den heutigen Bewohnerinnen und Bewohnern davon zu erzählen, wie das damals war. „Der wichtigste Unterschied war sicher, dass damals nur Jungs hier leben durften", berichtet er. Immerhin wurden zur Faschingsparty oder zu anderen Feiern Mädchen aus Mädchenwohnheimen eingeladen, damit auch getanzt werden konnte.

Alexander Wutz hat ein Buch über seine Erfahrungen in Heimen geschrieben. Darin geht er auch aufs Jugendwohn- und Gästehaus München Süd des KJSW ein. Es trägt den Titel "Und es war doch meine Heimat" und ist zum Beispiel bei Amazon erhältlich.

Text und Foto: Gabriele Riffert

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