Spuiratz erhält Goldene Rampe

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Astrid Fiebiger und Irene Oberst freuen sich über die Auszeichnung. Fotos: Johann Baumann/Oberbayerisches Volksblatt

 

Rosenheim. Am 3. Dezember erhielt das Katholische Jugendsozialwerk München den begehrten Inklusionspreis „Goldene Rampe“ für die Begleitung und Durchführung des „Spuiratz“ in Bruckmühl. Diese inklusive Ferienfreizeit bietet Kindern mit und ohne Behinderung kreative und spielerische Freizeitangebote in Gemeinschaft. Seit nunmehr neun Jahren können rund 40 Kinder mit und ohne Behinderung zwischen vier und 14 Jahren entspannte Ferientage miteinander genießen. Dabei steht immer ein Motto im Mittelpunkt: Vom 30. Juli bis 10. August 2018 waren es die „5 Sinne“.

Beim Thema „Hören“ kam beispielsweise die Gebärdenschauspielerin Julia von Juni, um den Kindern eine Geschichte in Gebärdensprache zu erzählen. Außerdem lernte jedes Kind, seinen Namen mit Hilfe des Fingeralphabets zu gebärden. Beim „Sehen“ kam der Blindenbund, der einen Parcours aufbaute und Hilfsmittel für Blinde vorstellte. Beim „Schmecken“ besuchten alle den Salus Auwald, in dem es einen großen Kräutergarten gibt. Natürlich gibt es beim „Spuiratz“ auch viele Spiele sowie im vergangenen Sommer wegen der großen Hitze täglich eine Wasserschlacht und viel Eis. Ein 15-köpfiges Betreuerteam unter Leitung von Astrid Fiebiger und Initiatorin Irene Oberst begleitet das Angebot. Irene Oberst, die den „Spuiratz“ ins Leben gerufen hat, arbeitet rein ehrenamtlich. Mitinitiatorin war Stefanie Glöcklhofer, die Vorgängerin von Astrid Fiebiger.

Beim AK Inklusion waren sieben Vorschläge für die Preisträger 2018 eingegangen. In der letzten Abstimmungsrunde erhielt der „Spuiratz“ schließlich 19 von 32 Stimmen. Arbeitskreis-Vorsitzender Hans Loy betonte in seiner Laudatio bei der Preisverleihung, dass neben räumlichen Barrieren auch „die Barrieren in den Köpfen“ wegfallen müssten. Dann könnten Menschen mit und ohne Behinderung gut zusammenleben. Landrat Dieter Kannengießer bezeichnete den „Spuiratz“ als „besonderes Beispiel gelungener Integration“.