Forderungen zur Bundestagswahl

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Motiviert und voller Ideen

Das KJSW begleitet jugendliche Geflüchtete auf ihrem Weg in die Gesellschaft

„Wenn i sog ‚Do bin i dahoam‘, verstehst mi dann?" Mohammad schmunzelt, als er seine bayerischen Sprachkenntnisse demonstriert. Noch besser beherrscht der 19-Jährige allerdings die deutsche Sprache. Mohammad lebt im Jugendwohnheim Landshut und bereitet sich dort gerade auf seine Sprachprüfung vor. „Die Stufe B2 habe ich schon geschafft, C1 schaffe ich hoffentlich auch", erklärt der junge Mann. B2/C1 entsprechen beim Deutschen Sprachdiplom der Stufe 2. Wer das geschafft hat, darf an einer deutschen Hochschule studieren. Ihn zieht es an die Uni Saarbrücken, wo er Informatik studieren möchte. Wer ihn mit seinen blitzenden, intelligenten Augen sieht, zweifelt nicht daran, dass er das Zeug dazu hat, das zu schaffen.

Mohammad ist mit seinen gleichaltrigen Freunden Odai und Yazan, die ebenfalls im Jugendwohnheim Landshut des Katholischen Jugendsozialwerks München leben, zur Pressekonferenz der katholischen Träger sozialer Arbeit bei der Caritas gekommen. Zusammen sind die drei 19-Jährigen ein gutes Beispiel für die erfolgreiche Integration junger Geflüchteter in die deutsche Gesellschaft. Obwohl sie erst seit gut zwei Jahren hier sind, sprechen alle deutsch. Odai und Yazan wollen eine Berufsausbildung im technischen Bereich machen. Die beiden sind motiviert und hoffen, dass sie bald einen Ausbildungsplatz finden. Das Team des Jugendwohnheims Landshut unterstützt sie, wo es nötig ist. „Unser Ziel ist aber die zunehmende Selbstständigkeit der jungen Leute", betont Ludwig Weber, Gesamtleiter des KJSW in Landshut, zu dem auch das Jugendwohnheim Landshut gehört. Und seine Stellvertreterin Friederike Appold bekräftigt: „Sie schaffen schon ganz viel selbst und kommen gut zurecht."

KJSW-Vorstand Berthold Wübbeling plädiert mit Nachdruck dafür, dass junge Geflüchtete auch nach Erreichen der Volljährigkeit dort wohnen bleiben, wo sie lernen können. „Deutsche Jugendliche sind auch noch nicht fertig entwickelt, wenn sie 18 Jahre alt sind. Man muss allen Jugendlichen Zeit geben, dass sie eine Perspektive finden", so Wübbeling. Es sei kontraproduktiv, wenn Jugendliche nach Erreichen des 18. Lebensjahres in eine Gemeinschaftsunterkunft ziehen müssten.

Afghanistan - ein sicheres Herkunftsland?

Mohammad, Odai und Jazan haben Glück. Mittlerweile sind sie volljährig, dürfen aber im Jugendwohnheim Landshut des KJSW wohnen bleiben. So leben die drei jungen Syrer mit deutschsprachigen Jugendlichen Tür an Tür. Geflüchtete aus ihrem Herkunftsland Syrien haben in der Regel eine hohe Bleibeperspektive. Sie können Sprachkurse und Schulen besuchen, erhalten eine Arbeitserlaubnis und dürfen auf die Zusammenführung mit ihrer Familie hoffen.

Bei Geflüchteten aus anderen Ländern sieht das ganz anders aus. So werden beispielsweise immer wieder Afghanen in ihr Herkunftsland abgeschoben, obwohl es dort alles andere als sicher ist. Deshalb fordern die katholischen Träger sozialer Arbeit auch, dass die Integration von Zuwanderern möglichst frühzeitig beginnt. So sollten Sprachkurse unabhängig von einem Aufenthaltstitel zugänglich sein.

Positionen zum Thema Integration:

  • Kleinere Wohneinheiten sind besser als große Gemeinschaftsunterkünfte.
  • Geflüchtete brauchen möglichst bald Zugang zu Arbeit. Dabei müssen berufliche Qualifikationen anerkannt werden. 
  • Verlässlichkeit für junge Geflüchtete: Sie brauchen ein Umfeld, in dem sie lernen können. Deshalb sollen sie auch nach Erreichen der Volljährigkeit in einem geeigneten Umfeld wohnen können.
  • Afghanistan ist kein sicheres Herkunftsland. 

Wann - Wo - Was:
Am 14. September stellten stellen die im Spitzenverband der Caritas vertretenen katholischen Träger sozialer Arbeit auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in München ihre Forderungen zur Bundestagswahl vor. Dabei ging es um die Themen Integration von Geflüchteten, Inklusion von Menschen mit Behinderung und Armut. Das KJSW war für das Thema „Integration" zuständig. Mitwirkende waren:

  • der Diözesancaritasverband (allgemeine Positionen) 
  • das Katholische Jugendsozialwerk München (Integration) 
  • die Katholische Jugendfürsorge (Inklusion) 
  • der Katholische Männerfürsorgeverein (Wohnungslosigkeit) 
  • und der Sozialdienst katholischer Frauen (Armut)

Hier gibt es Informationen zur Kampagne "'Wählt Menschlichkeit!", die von allen Mitgliedsverbänden der Caritas als Spitzenverband unterstützt wird.