Kardinal Marx besucht Jugendwohnheim

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Jeder ist ein Ebenbild Gottes

 

Kardinal Marx besucht jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit eine soziale Einrichtung in der Erzdiözese. Heuer ist das Katholische Jugendsozialwerk München mit seinem Landshuter Jugendwohnheim an der Reihe. Dort leben 18 jugendliche Flüchtlinge – zunächst in einer Wohngruppe, die intensiv begleitet wird, später in einem anderen Stockwerk als reguläre Bewohner in Einzelzimmern. Diesen jugendlichen Flüchtlingen will Kardinal Marx nach einem Rundgang durch die Einrichtung gezielt Zeit schenken. Eine gute halbe Stunde spricht er privat mit ihnen darüber, wie es ihnen geht und was sie sich im Leben wünschen. „Ich kenne all diese Städte Syriens, von denen wir täglich in den Nachrichten hören, persönlich: Homs, Aleppo, Rakka… Da war ich überall selbst schon“, erklärt der Münchner Erzbischof. Die jungen Flüchtlinge, die im Jugendwohnheim Landshut leben, stammen zum großen Teil aus Syrien und sind gerührt, dass Kardinal Marx ihre Heimat so gut kennt.

„Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, schwarz oder weiß, Christ oder Muslim, ist ein Ebenbild Gottes. Das ist die Basis unseres Glaubens“, betont Kardinal Marx zuvor in seiner Ansprache an die Mitarbeiter des KJSW. Je mehr Menschen anderen Kulturen begegneten, desto seltener seien Ablehnung und Hass. „Menschen freuen sich über dieselben Dinge, und sie lachen und weinen oft über dieselben Dinge. Auf diesen Gemeinsamkeiten müssen wir aufbauen“, so der Erzbischof. Damit diese Gemeinsamkeiten auch im Landshuter Jugendwohnheim zwischen Einheimischen und neu Angekommenen intensiv entdeckt werden können, hat Kardinal Marx ein großzügiges Weihnachtsgeschenk mitgebracht: 10.000 Euro zur Ausgestaltung eines Freizeitraums, in dem alle Bewohner einander treffen können, „kickern“, reden, kochen und feiern.

Worte der Anerkennung findet der Münchner Erzbischof für die Arbeit des Katholischen Jugendsozialwerks München sowie für das ehrenamtliche Engagement der 40 Sprach- und Kulturmittler, die sich beim KJSW in Landshut angedockt haben. Sie helfen jugendlichen und erwachsenen Neuankömmlingen beim Heimischwerden in der deutschen Kultur sowie beim Spracherwerb. „Ich will dazu ermutigen, dass sich möglichst viele Menschen füreinander engagieren. Es lohnt sich“, weiß Kardinal Marx.

Grundsteinlegung des neuen Dienstgebäudes

Die Gebäude des Jugendwohnheims Landshut sind mittlerweile rund 60 Jahre alt. Deshalb wird auf dem Gelände der ehemaligen Schoch-Kaserne ein neues Wohnheim mit 165 Plätzen errichtet. Das Bauprojekt, das mit rund 17 Millionen Euro zu Buche schlägt, soll Ende 2018 abgeschlossen sein. 80 der Wohnheimplätze sollen auswärtigen Berufsschülern zur Verfügung stehen, zehn Plätze sollen Schüler der Keramikfachschule nutzen können. Der Neubau wird durch die Erzdiözese München und Freising gefördert, durch die Bundesagentur für Arbeit, den Berufsschulzweckverband, die Stadt Landshut sowie die Regierung von Niederbayern.

Beim Besuch des Kardinals am 9. Dezember 2016 ist aber erst einmal die Grundsteinlegung vorgesehen. Auf dem Baugelände begrüßt Vereinsratsvorsitzender Klaus Peter Franzl die Ehrengäste, darunter Landrat Peter Dreier, den noch amtierenden Landshuter Oberbürgermeister Hans Rampf, Stiftspropst Dr. Franz Joseph Baur, die Caritasreferentin der Erzdiözese Dr. Elke Hümmeler und die Vorstände des KJSW, Egon Forchhammer und Berthold Wübbeling.

Schließlich erbittet der Münchner Erzbischof bei strahlendem Sonnenschein den Segen Gottes für das Bauprojekt. In der Zeitkapsel, die er einmauert, sind Schätze der Gegenwart enthalten: Ein Rosenkranz, den Papst Franziskus geschickt hat; ein handsigniertes Bild des Kardinals; eine Tageszeitung aktuellen Datums; einige Münzen sowie Kollagen mit Wünschen der Bewohner für die Zukunft.