Neue Herausforderungen bei den Vormundschaften

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Die Sozialpädagoginnen Kathi Fischer und Renate Rassman-Njoku berichten aus ihrer Arbeit. Foto: rif

Neue Herausforderungen bei den Vormundschaften

München."Ich bin beeindruckt von der großen Motivation, mit der Sie Ihre Arbeit machen", bilanzierte der Vereinsratsvorsitzender des KJSW, Domkapitular Klaus-Peter Franzl, seinen Besuch in der Abteilung Vormundschaften/Pflegschaften. Die Abteilung arbeitet seit 1952. Damals wurden vor allem Kinder und Jugendliche vormundschaftlich begleitet, die durch den Zweiten Weltkrieg, Flucht und Vertreibung ihre Eltern verloren hatten.

Seit 1977 der erste jugendiche Flüchtling aus Eritrea in München ankam, wurden immer mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge als Mündel angenommen. Hier liegt seit langem der Tätigkeitsschwerpunkt der Abteilung. Bis zu 180 Kinder und Jugendliche werden hier als vormundschaftlich begleitet. Lange war das KJSW in München auch der einzige Träger, der hier tätig wurde.

Domkapitular Franzl interessierte sich dafür, in wie weit die große Zahl neu angekommener Flüchtlinge die Arbeit der Abteilung verändert habe. Tatsächlich stehen die Mitarbeitenden hier vor neuen Herausforderungen. Während die Vormundschaften früher über einen längeren Zeitraum geführt wurden, sind viele der Neuankömmlinge bereits 17 Jahre alt und ohnehin bald volljährig. In dieser kurzen Zeit ist es schwieriger, eine tiefere Beziehung zu den Mündeln aufzubauen.

Die höhere Fluktuation stellt auch für die Pädagoginnen und Pädagogen eine Herausforderung dar. Manche der Fälle sind auch vergleichsweise kompliziert: Etwa wenn Minderjährige bereits verheiratet seien und selbst schon Kinder hätten, oder wenn sie an schweren chronischen Krankheiten litten. (Ein ausführlicherer Bericht folgt in der Mitarbeiterzeitschrift Unser Prisma" Nr. 2-2016). gr